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Wichtig Information zu Kräutern und Pflanzen Drucken E-Mail
Geschrieben von: Eva Szombath   
Donnerstag, den 25. September 2008 um 20:34 Uhr
Die Kräuter (Wildpflanzen, Heilkräuter), die ich hier vorstelle eignen sich zum Verzehr für Mensch und Tier. Jedoch weise ich ausdrücklich darauf hin, dass diese Aufzeichnungen nur zur Information dienen und jeder für sein Handeln selbst verantwortlich ist.

Das Sammeln dieser Kräuter setzt das Kennen der Pflanze voraus. Unbedachtes Verzehren und Verfüttern kann zu Vergiftungen führen, sollte man die falsche Pflanze gesammelt haben.

Kräuter sehen sich oft sehr ähnlich, haben aber verschiedene Wirkungsweisen und Gifte! Also bitte nicht einfach drauf los sammeln! Auch gibt es eine Reihe von geschützten Wildpflanzen und Heilkräuter welche nicht gesammelt werden dürfen! Es gibt eigentlich in jeder Gemeinde eine Möglichkeit an Kräuterwanderungen teilzunehmen (Auskunft über VHS oder die zuständige Forstbehörde, Gemeinde oder Stadtverwaltung), bei denen man das Sammeln und den Umgang mit den Pflanzen erlernen kann.

Diese Aufzeichnungen beinhalten meine eigenen Erfahrungen und mein Wissen und sind nicht rechtlich "allgemeingültig". Ich gebe hier nur das weiter, was ich mir in vielen Jahren an Wissen angeeignet habe. Diese Beiträge ersetzen nicht den Besuch bei einem Arzt, Heilpraktiker oder Apotheker!

viel Spass beim Lesen und blumige Grüsse

Eva Szombath
 
Edelkastanie (Castanea sativa) Drucken E-Mail
Geschrieben von: Eva Szombath   
Donnerstag, den 15. Oktober 2009 um 11:02 Uhr

Volkstümliche Namen:  Esskastanie, Maroni, Marone, Esskastanie, Essbare Kastanie, Echte Kastanie, Cheste, Cheschtene, Keschte

edelkastanie1
Die Ausbreitung der Früchte erfolgt durch Eichhörnchen, Siebenschläfer, Krähen und Häher. Die Tiere verstecken Nahrungsvorräte im Boden, vergessene Früchte keimen dann im Frühjahr aus.  Aus Samen gekeimte Bäume tragen erstmals mit etwa 25 bis 35 Jahren Früchte.



Familie
Buchenartige (Fagales)
Untergruppe
Rosenähnlich (Rosidae)
Vorkommen
Esskastanie, ist der einzige europäische Vertreter der Gattung Kastanien (Castanea) aus der Familie der Buchengewächse (Fagaceae). Sie ist ein sommergrüner Baum und bildet stärkereiche Nussfrüchte. In Süd- und Westeuropa wird sie wegen dieser essbaren Früchte und als Holzlieferant angebaut. Die Früchte werden als Kastanien, Maronen bzw. Maroni, in der Schweiz häufig Marroni, bezeichnet.  

Da die Edelkastanie seit der Antike im gesamten Mittelmeerraum wie auch den nördlich angrenzenden Gebieten angebaut wird, lässt sich ihr natürliches Verbreitungsgebiet nicht genau feststellen. Als Nordgrenze des natürlichen Verbreitungsgebiets werden von Bottacci (2006) die Pyrenäen und der Alpensüdrand angenommen, weiters die Gebirge Bosniens, die Rhodopen und der Kaukasus. Sie kommt auch in Kleinasien, m nördlichen Syrien sowie in den Nordbereichen des Atlas vor.

Die Höhengrenze liegt in den Alpen und im Apennin bei 1000 m, auf Sardinien und Sizilien bei 1500 m, in Spanien bei 1600 m und im Kaukasus bei 1800 m.
Lebensform
Sie bevorzugt temperat-humide, ozeanische Klimabedingungen sowie saure Bäden. Der beste Boden für die Edelkastanie ist frisch, locker und tiefgründig mit einem hohen Kalium- und Phosphor-Gehalt. Auf älteren, tiefgründigen Kalkböden mit genügend verfügbarem Kalium und Phosphor und einem Kalkgehalt unter 20 % kann sie gedeihen, ansonsten meidet sie Kalk. Auf schweren, tonigen Böden gedeiht sie nicht. Sehr gut geeignet sind phosphorreiche vulkanische Böden.
Pflanzabstand
Einzeln oder in Alleen
Blüte- und Erntezeit Die Edelkastanie blüht relativ spät, im Juni nach der Laubbildung.  Die Pflanzen sind proterandrisch, die männlichen Blüten öffnen sich bis sieben oder zehn Tage vor den weiblichen, abhängig von der Sorte.  Die eingeschlechtlichen Kätzchen blühen vor den zwittrigen, ein Phänomen, das Duodichogamie genannt wird. Ein Baum produziert rund einen  Monat lang Pollen.
Konservierung Frische Kastanien sind leicht verderblich und müssen zur Lagerung vorbehandelt werden. Eine traditionelle, heute nur mehr in der Türkei übliche  Methode ist die "Ricciaia", bei der die Kastanien in den Fruchtbechern zu Haufen geschichtet werden, hier fermentieren und dadurch für einige Monate  haltbar werden.

Heute industriell weit verbreitet ist die Hydrotherapie: die Früchte werden für einige Tage in kaltem Wasser eingelegt, die  Milchsäuregärung führt zu einer Konservierung der Kastanien, anschließend werden sie getrocknet. Weitere Konservierungsmethoden sind Trocknen, gekühlte  Lagerung, Begasung mit Methylbromid, Lagerung unter Kohlendioxid-Atmosphäre und Tiefgefrieren.
Inhaltsstoffe Die Nüsse haben einen hohen Gehalt an den Kohlenhydraten Stärke und Saccharose. Der hohe Zuckergehalt zusammen mit dem hohen Wassergehalt frischer Früchte macht sie leicht verderblich. Der hohe Kohlenhydratgehalt unterscheidet die Kastanien von den meisten anderen Nüssen, die vorwiegend Fette  beinhalten. Der Proteinanteil ist frei von Prolamin und Glutenin, Kastanienmehl ist daher nur in Mischung mit anderem Mehl backfähig. Der Gehalt an für  den Menschen Essentiellen Aminosäuren ist hoch. Der Proteingehalt ist höher als in Kartoffeln, aber geringer als in Getreide. Der Fettgehalt ist gering,  hat aber einen hohen Anteil an Linol- und Linolensäure (550/718 bzw. 78/92 mg pro 100 g Frischmasse). Der Kalium-Gehalt ist hoch, der Natriumgehalt  sehr niedrig (9 mg pro 100 g Frischmasse). An Vitaminen sind nur zwei Vitamine der B-Gruppe in größeren Mengen vorhanden: Riboflavin (B1) und Nicotinsäure  (B2), die auch temperaturstabil sind.

Verwendung als Duft- und Räucherpflanze:

Die Blätter werden zu einem kleinen Teil für die Produktion von After-Shave-Lotionen und zum Färben von Stoffen verwendet. Zum Räuchern wird die Rinde der Rosskastanie verwendet. Der warme einhüllende Duft macht fast ein wenig selbstvergessen. Heitere Gelassenheit erfüllt die Seele.  Ein gemässer Abstand zu den Mühen des Alltags wird geschaffen. Eine gute Basis, um sich an Fröhlichkeit und Heiterkeit im Leben (wieder) zu erinnern. An eine natürliche und zum Leben  gehörende Unbeschwertheit.

Verwendung in der Küche:

Kastanienhonig ist bernsteinfarben oder noch dunkler und aromatisch. Pro Bienenstock fallen 15 bis 20 kg an. In traditionell bewirtschafteten Wäldern können verschiedenste Speisepilze geerntet werden, die einen Zuverdienst für die Kastanienbauern darstellen.  Kastanien haben eine breite Verwendungspalette. Als Halbfertigprodukte werden geschälte Maroni und Kastanien, sowie Kastanienpüree hergestellt, sie werden Weiterverarbeitet, bevor sie an den Endverbraucher gelangen. Die Palette an Fertigprodukten ist wesentlich größer: ganze geschälte Kastanien werden vor allem in Frankreich zum Kochen im Haushalt verwendet, sie dienen häufig als Beilage. Kastanien können auch in Wasser, trocken oder vakuumverpackt sein, tiefgefroren, oder in Zuckersirup eingelegt. Große Maroni (55 bis 65 Stück pro kg) werden kandiert, das heißt langsam in Zuckersirup gekocht. Diese dienen unter anderem als Grundlage für die Herstellung von Marrons Glacés, glasierten Maroni. Weitere Produkte sind Maroni in Alkohol, Maronenkrem, Mehl und Flocken. Mehl wird aus getrockneten und geschälten Kastanien hergestellt und meist mehrfach gemahlen. In der Vergangenheit war es sehr weit verbreitet und in vielen Gebieten ein Hauptnahrungsmittel. Heute wird es zu Gnocchi, Pasta, Brot, Polenta und Gebäck verarbeitet. Flocken werden in Frühstücks-Müslis verwendet. In Frankreich und Italien wird aus Kastanien Likör hergestellt, auf Korsika und in der Schweiz Bier Kastanien sind glutenfrei, das Mehl kann daher von Zöliakie-Patienten als Getreide-Ersatz verwendet werden. Kastanien werden gekocht oder geröstet als Beilage verwendet oder als Salatzutat. Sie werden zu Huhn, Truthahn, Schwein, Gans und Hase als Beilage gereicht oder auch zum Füllen verwendet. Als Süßigkeit werden Kastanien zu den erwähnten marrons glacés, zu Vermicelles, Mousse, Soufflé, Creme und Eiscreme verarbeitet. Traditionelle Desserts sind castagnacci (Kastanienbrot), necci (Pfannkuchen), Pudding und ballotte (Kastanien in Fenchelwasser gekocht). Weit verbreitet sind geröstete Kastanien, die auch außerhalb der Anbaugebiete im inter auf Straßen verkauft werden.

Am besten schmecken Edel-Kastanien gekocht oder geröstet, man kann sie zur Not aber sogar auch roh essen, dann schmecken sie aber etwas zusammenziehend.


Verwendung in der Pflanzenheilkunde:

Als Bachblüte ist die Edelkastanie unter dem Namen Sweet-Chestnut beliebt. Die Blätter werden auch in der Volksmedizin bei Husten, zur Wundbehandlung bei Bronchitis, Rheuma, Hexenschuss und bei Durchfall eingesetzt. Die Inhaltsstoffe sind adstringierend, entzündungshemmend und schleimlösend

Vom Mittelalter bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts war die Edelkastanie in den Bergregionen Südeuropas das Hauptnahrungsmittel der Landbevölkerung. Im 20. Jahrhundert gingen die Bestände durch den Befall mit dem Kastanienrindenkrebs  stark zurück, erholten sich jedoch Ende des 20. Jahrhunderts wieder. Die Edelkastanie hat während der letzten Eiszeiten ihr Areal mehrmals vergrößert und verkleinert. Im kaukasisch-armenischen Gebiet  wurde sie bereits in prähistorischer Zeit gegessen sowie das Holz verarbeitet. Die Kultivierung als Obstbaum dürfte in der Zeit zwischen 9. und 7. Jahrhundert v. Chr. erfolgt sein im Gebiet zwischen Kaspischem und Schwarzem Meer. Von hier verbreitete sie sich  Rasch nach Kleinasien, Griechenland und auf den Balkan.

 
Primel (Primula) Drucken E-Mail
Geschrieben von: Eva Szombath   
Mittwoch, den 06. Mai 2009 um 12:58 Uhr

Volkstümliche Namen: Arzneiprimel, Auritzel, Bärenohr, Fastenblume, Fünfwundenblume, Guckucksblum, Handschuhblumen, Himmelsschlüssel,  Kirchenschlüssel, Kuckucksblume, Maiblümel, Sankt Peterschlüssel,  Petriblume, Wiesen-Schlüsselblume

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Der Name Primula lässt sich mit „Erstlingsblume“ übersetzen (lat. prima = die erste), was auf die frühe Blüte hinweist. Der deutsche Name Schlüsselblumen für einzelne Arten kommt von der Ähnlichkeit des Blütenstandes weniger Arten mit einem Schlüsselbund.

Es sind meist mehrjährige, selten einjährige, krautige Pflanze. Die Pflanzen können behaart oder unbehaart sein, oft sind sie mehlig bestäubt. Die einfachen Laubblätter stehen in einer Rosette.



Familie
Primelgewächs
Untergruppe
asternähnlich
Vorkommen

Wo etwa Kalk- und Urgestein aufeinandertreffen, findet man oft fruchtbare Kreuzungen zwischen Aurikel und behaarter Primel. Diese als Bastard-Aurikel (Primula × pubescens) bekannte Form ist Stammart vieler Primelsorten.Weitere zahlreiche Arten (asiatische und insbesondere chinesische) werden auch als Zierpflanzen kultiviert. Hybriden zwischen den einzelnen Arten sind nicht selten. Sie finden als beliebte Beet- und Balkonpflanzen, in verschiedenen Farben Verwendung. Es gibt auch viele Sorten für kühle Zimmer. Bekannt als blühende Topfpflanzen ist hier beispielsweise die Becker-Primel (Primula obconica)Die Schlüsselblume wächst auf Wiesen und in sonnigen Laubwäldern. Sie hat es gerne sonnig und feucht.

Lebensform
Blütezeit von März bis Juni
Pflanzabstand
keine Angaben

In der Küche:
für den Salat mit anderen Kräutern vermischt, als Dekoration

In der Heilkunde:
als Tee, bei Kräutermischungen,
Blüte: Hauptsächlich in den Kelchblättern kommenSaponine vor (besonders die Primulasäure) – ca. 2 %. In den übrigen Blütenteilen kommen hauptsächlich Flavonoide, Carotinoide, Spuren von ätherischem Öl, und Enzyme (Primverase) vor. Der Tee wird als mild wirkendes   Sekretolytikum  (schleimlösendes Mittel) bei Husten, gegen Bronchitis und Erkältungskrankheiten verwendet. Weiterhin wird in der Volksmedizin die Blüte als Nervenmittel gegen Kopfschmerzen, Neuralgien, Gliederzittern, Schwindelgefühl und als Herztonikum genutzt.

Wurzel: Aufgrund ihres hohen Saponingehalts werden Primeln als Phytotherapeutikum  eingesetzt. Sie werden vor allem zur Verflüssigung des Sputums bei chronischer Bronchitis mit Hustenreiz in Form von Hustentee, -säften und -tropfen verordnet. Zusätzlich zu den Wirkungen der Blüte in der Volksmedizin noch gegen Asthma, Keuchhusten und Gicht.

Warnung: Die mehligen oder öligen Drüsensekrete diverser Arten können  Hautirritationen und teilweise auch allergische Reaktionen auslösen. Die orale Aufnahme kann mitunter zu Vergiftungserscheinungen, wie Magenschmerzen, Übelkeit, Brechreiz und Diarrhöe (Durchfall) führen.


Der Schlüsselblume wurden bereits vor Urzeiten einige nette Fähigkeiten zugesprochen. Alte Kräuterkundige waren zum Beispiel der festen Überzeugung, dass man durch den Gebrauch der Schlüsselblume schön wird. Sie schworen darauf, dass die Schlüsselblume ein Anti-Falten-Mittel sei und dass man auch lästige Sommersprossen durch die Schlüsselblume verschwinden lassen könne. Zusammen mit Leinsamenöl soll die Schlüsselblume auch Verbrennungen geheilt haben.

Das Gesicht mit dem aus den Blumen
gepressten Saft bestrichen,
vertreibt die Runzeln in demselben.

(Dr. Ferdinand Müller | 1873)
(Das große illustrierte Kräuterbuch)

 
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