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Huflattich (Tussilago farfara) Drucken E-Mail
Geschrieben von: Eva Szombath   
Montag, den 09. Februar 2009 um 12:57 Uhr

Volkstümliche Namen: Bachblümlein, Berglatschen, Brandlattich, Brustlattich, Fohlenfuss, Hufblatt, Loambleamel, Ohmblätter, Rosshuf, Sandblümel, Sommertürl, Teebleaml, Tabakkraut, Zeitrösele, Ackerlattich,  Brandletschenkraut,

huflattich
huflattichblatt
Die Blütenstände des Huflattichs gehören zu den ersten Blumen des Vorfrühlings und bieten Insekten Nahrung. Daher empfiehlt es sich nicht, den gesamten Bestand an einer Stelle abzuernten. Seinen Namen hat er von seinen hufeisenförmigen Blättern. Der Huflattich dient mehreren in ihrem Bestand gefährdeten Schmetterlingsarten als Futterpflanze, darunter der Raupe des Alpen-Würfeldickkopffalters, der glänzenden Erdeule und der gelblichen Alpen-Erdeule.etwa 30 cm hoch werdende Pflanze mit im Umriss hufeisenförmigen, auf der Unterseite filzig behaarten Blättern. Die gelben Blüten sitzen auf einem schuppigen Stengel und erscheinen bereits zwischen Februar und Mai vor den Blättern.etwa 30 cm hoch werdende Pflanze mit im Umriss hufeisenförmigen, auf der Unterseite filzig behaarten Blättern. Die gelben Blüten sitzen auf einem schuppigen Stengel und erscheinen bereits zwischen Februar und Mai vor den Blättern. Der Huflattich ist etwa 30 cm hoch werdende Pflanze mit im Umriss hufeisenförmigen, auf der Unterseite filzig behaarten Blättern. Die gelben Blüten sitzen auf einem schuppigen Stengel und erscheinen bereits zwischen Februar und Mai vor den Blättern.

Familie
Korbblütler (Asteraceae)
Untergruppe
Asternartig ( Asterales)
Vorkommen
Diese Pflanzenart ist in Europa, Afrika und in West- und Ost-Asien heimisch. In Nordamerika gilt er als eingebürgert (invasive Pflanze).
Lebensform
Er besiedelt trocken-warme Standorte auf durchlässigen Böden. Daher ist der Huflattich oft auf Dämmen, in Steinbrüchen und an unbefestigten Wegen zu finden. Im Gebirge ist er bis in Höhen von etwa 2.300 Meter NN anzutreffen. Huflattich ist nach Gerhard Madaus' Heilpflanzenbuch von 1938 die einzige Pflanzenart, die selbst auf reiner Braunkohle gedeihen kann.  Zeitig im Frühjahr erscheinen zunächst nur die gelben korbförmigen Blütenstände, die sich aus ca. 300 weiblichen Zungenblüten und 30-40 männlichen Röhrenblüten zusammensetzen. Erst nach deren Verblühen folgen die Blätter. Zur Blütezeit sind die Stängel lediglich mit braunen oder rötlichen, behaarten Schuppenblättern besetzt. Verblühte Stängel sind deutlich nickend.
Blüte- und Erntezeit:
Der Huflattich steht manchmal alleine, häufig jedoch ist der ganze Platz an dem er wächst ein leuchtendes Gelb. Die  Blütezeit erstreckt sich von März bis April. Der Huflattich gehört somit zu den ersten Frühjahrsblumen und wird von Bienen, Käfern und Schwebfliegen bestäubt. Auch Selbstbestäubung kommt vor. Die Samenverbreitung erfolgt (wie beim Gewöhnlichen Löwenzahn) durch Schirmflieger über den Wind. Auch über Klettausbreitung und Ameisen werden die Samen weitergetragen.    Sammelzeit ist von März bis Juni

Verwendung als Duft- und Räucherpflanze:
Ich kenne Huflattich als Auszug oder als ganzes Teil in Seifen, Ölen, Shampoon, Lotionen. Man kann diese selbst herstellen oder auch kaufen.

Verwendung in der Küche

Junge Blätter des Huflattichs ergeben ein gutes Gemüse z.B. als Spinat, in Aufläufen, in Suppen.
Sie passen am besten zu Kartoffeln.
Die Blüten des Huflattichs schmecken süßlich-herb. Sie eignen sich im Frühjahr zum Garnieren von Süßpeisen, Salaten, kalten Platten.
Eierspeis (Huflattich mit Rührei: 30 g gewaschene Huflattichblätter bzw. -blüten in leicht gesalzenem Wasser kurz aufkochen, abkühlen lassen und gut auspressen. Blätter und Blüten in feine Streifen schneiden. 2 Eier mit 20 g Milch, Salz, Muskat, Curry und Pfeffer verquirlen und unter das Gemüse mischen. In der Pfanne mit zerlassener Butter stocken lassen. )

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Der Huflattich gilt als bedeutsame Heilpflanze bei Hustenreiz (Tussis = Husten) und wirkt schleimlösend. Als arzneilich wirksamster Teil werden die Blätter verwendet (Droge: Farfarae folium). Neuere Forschungen deuten jedoch auf unerwünschte Nebenwirkungen (Krebsrisiko) durch enthaltene Pyrrolizidinalkaloide hin. Deshalb sollte Huflattich nicht länger als 4-6 Wochen im Jahr eingenommen werden. Die großen Blätter des Huflattichs sind unterseits weich behaart und werden daher von Naturfreunden auch als „Wanderers Klopapier“ bezeichnet.

Huflattichtee:
Mit den schleimlösenden und entzündungswidrigen Eigenschaften können wir den Tee bei Bronchitis Kehlkopf- und Rachenkatarrh, Bronchialasthma, Brustfellentzündung und Lungentuberkulose mit bestem Erfolg anwenden. (am besten mit Honig süßen).
Beliebt sind auch Teemischungen, die je nach Art des Hustens zusammengestellt werden. Für einen trockenen Reizhusten eignet sich z.B. eine Mischung aus: Huflattich Königskerze Süßholz Zu gleichen Teilen vermischen und als Aufguss zubereiten. In kleinen Schlucken trinken.

Huflattichsirup:
25g Huflattichblätter, 25g Fenchelsamen mörsern, 10g frische Ingwerwurzel klein schneiden, mit 900ml kochendem Wasser übergießen, auf kleiner Flamme auf ein Drittel der Flüssigkeitsmenge einkochen und dann 225g Honig zugeben. Dosierung: 3-4 mal pro Tag einen Teelöffel. Hilft gegen Husten, Erkältung und Katarrh

Auflage:
Frische Blätter zu einem Brei verreiben und auflegen bei schweren Lungenerkrankungen, bei Rotlauf und Gewebeverletzungen sowie bei Schleimbeutelentzündung.

Inhalation:
Einen gehäuften Esslöffel Blüten und Blätter abbrühen und die Dämpfe unter einem Tuch einatmen. Mehrmals am Tag wiederholen. (Bei Bronchialbeschwerden)

Fussbad gegen geschwollene Füsse:
Nach einem langen Tag auf den Beinen kann man seine geschwollenen Füsse durch ein Fussbad mit Huflattich lindern.

Frischsaft gegen Ohrenschmerzen:
Die Volksheilkunde verwendet frisch gepressten Saft aus den Blättern tropfenweise ins Ohr geträufelt gegen Ohrenschmerzen.

Gesichtswaschwasser:
Huflattichblüten und Blätter, Erdrauchkraut zu gleichen Teilen mischen. Eine Handvoll mit 1/2l kochendem Wasser übergießen und zugedeckt eine halbe Stunde ziehen lassen. Abseihen und öfters als Gesichtswasser verwenden.

WARNUNG:

Im nicht blühenden Zustand ist der Huflattich aufgrund der sehr ähnlichen Blätter leicht mit der Weißen Pestwurz (Petasites albus) zu verwechseln. Bei dieser ist die Aderung auf den Blattunterseiten jedoch deutlich sichtbar. Neuere Forschungen deuten jedoch auf unerwünschte Nebenwirkungen (Krebsrisiko) durch enthaltene Pyrrolizidinalkaloide hin. Deshalb sollte Huflattich nicht länger als 4-6 Wochen im Jahr eingenommen werden. Nicht für Schwangere und Kleinkinder!


Dioscurides, der alte Grieche (1. Jahrh. n. Chr. ) beschrieb schon in seinen Werken die Heilwirkung des Huflattichs und natürlich war diese auch den Kräuterkundlern des Mittelalters wohl bekannt. Huflattich wurde in alten Zeiten als Zunder verwendet. An Fronleichnam sollte der Acker mit zu viel Huflattich umgegraben werden, damit er ausbleibt. Indianer verwendeten die Asche als Salzersatz ( Blätter kaliumreich ) Pferdehändler sollten die Huflattichblüten unters Futter mischen ehe sie die Pferde zum Verkauf anbieten – ihr Aussehen gewann dadurch an Dynamik und Vitalität.
Das Botanische Bilderbuch für Jung und Alt (1897) beschreibt den Huflattich wie folgt:

Auf feuchtem, fettem Boden, am liebsten am Rande der Bäche und Wassergräben, sprossen in den ersten Frühlingsmonaten die goldgelben Blüten des Huflattichs. Das Kind verwechselt sie wohl mit den Blumen des Löwenzahn, denen sie auf den ersten Blick ähnlich erscheinen, denn bei beiden Pflanzen trägt das Blütenköpfchen zahlreiche Einzelblüten. Während diese aber beim Löwenzahn sämtlich zungenförmige Gestalt haben, sind bein Huflattich nur die Randblüten zungenförmig, die Mittel- oder Scheibenblüten aber röhrenartig. In dem großen Frühlingswettlauf der Blumen kommt der Huflattich vor dem Löwenzahn ans Ziel. Während letzterer erst bedächtig am Boden eine große grüne Blattrosette bildet und in ihrer Mitte zahlreiche Knospen anlegt, treibt der Huflattich aus dem kriechenden Wurzelstock sofort die schönen, weithin leuchtenden Blumen und läßt, wenn diese verblüht sind, die großen, hufförmigen Blätter nachfolgen. Diese erreichen nicht selten einen bedeutenden Umfang und dienen den Kindern an heißen Sommertagen als schattenspendende Schirme, ebenso wie die noch größeren Blätter der Pestwurz und der Klette.